Montag, 19. Juli 2010

Der Blick über den Tellerrand

Was macht Animes interessant?
Abgesehen von individuellen Vorlieben für hübsche Zeichnungen, sind es doch meist die Geschichten, die uns interessieren - oder eben nicht. Das hängt oft davon ab, ob wir uns mit den Charakteren identifizieren können, ob sie uns sympathisch erscheinen, oder ob wir sie zumindest verstehen können. Unrationales Handeln verwirrt und lässt den Betrachter irritiert zurück.
Diese Geschichten, mitsamt ihren Charakteren und Eigenschaften werden - im Idealfall - aus einem Grund geschrieben. Der Autor stellt seine Phantasie zur Schau. Und diese Phantasie ist Teil seines Bewusstseins.
Wir können also, wenn wir Animes sehen, einen Blick in die Denkweise eines anderen Menschen werfen. Sicherlich gibt es hierfür auch andere Medien, die es ermöglichen, allerdings möchte ich hier nicht werten. Viele sagen, ein Buch kann ein reineres Bild des Verstandes des Autors werfen, allerdings halte ich das davon abhängig, wie gut es geschrieben ist. Ebenso ist es auch bei Filmen und eben Animes.

Was ist denn überhaupt interessant daran, einen Blick in den Kopf eines anderen zu erhaschen? Denn technisch gesehen funktionieren wir ja auch so, und manch einer mag sagen, dass ihn das überhaupt nicht interessiert, schliesslich habe er genug zu tun.
Ich finde, es kann kaum interessanteres geben. Bis jetzt habe ich niemanden getroffen, der sagen würde, dass das Bild der Welt eines jeden Menschen identisch ist. Und was muss jemand tun, der wissen möchte, wie die Welt - unabhängig unserer Vorstellung der Realität - aussieht? Er muss andere Vorstellungen anschauen, andere Bilder der Welt sehen. Vielleicht ist es auf diese Art und Weise möglich, zumindest sehr nah an das wahrhaftige Erscheinungsbild der Welt zu kommen. Und das nenne ich interessant.

1 Kommentar:

  1. Um einen anderen Menschen kennenzulernen, ist es sicher hilfreicher, wenn man Texte, selbstgeschriebene Musikstücke (wobei hier sicher nicht alle Stilrichtungen herangezogen werden können, denke man beispielsweise an tanzbare Musik, die eher auf den Unterhaltungseffekt und weniger auf eine Aussage aus ist) oder Zeichnungen von ihm sieht, die er nicht als Auftragsarbeit erstellen musste bzw. wenn er davon nicht leben muss. Filme und Anime sind daher in meinen Augen eher Gesamtkonzepte, in die so viel einzelne Talente einfließen, dass man am Ende die Einzelperson darin eher nicht wiedererkennt.

    In Filmen und somit auch Animes kann man meines Erachtens eher andere Denkweisen und Ansichten kennenlernen, als eine Person bzw. ein Individuum. Aber auch dies hat oft einen großen Reiz - auch wenn wir hier sicher oft genug mit clicheehaften Charakteren konfrontiert werden, die dem realen Leben nicht entsprungen sein können - was sicherlich in Animes *noch* häufiger vorkommt als in Realfilmen.

    Im Grunde stimme ich Garg aber zu: Durch diese Medien wird man nicht zwangsweise nur berieselt oder unterhalten, man lernt Neues kennen - und möglicherweise auch ein Stückchen sich selbst.

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