Dienstag, 27. Juli 2010

Massenpanik bei der Loveparade 2010

Ich bin immer noch schockiert über die unfassbaren Ereignisse auf der Loveparade in Duisburg am 24.07.2010. So recht schien ja auch nicht klar zu sein, wie das Unglück seinen Lauf nehmen konnte. Neben der Frage nach den Verantwortlichen, die die Eskalation solcher und ähnlicher Situationen riskiert hatten, scheint das eigentliche Drama so abgelaufen zu sein:

- das Hauptgelände war bereits einige Zeit vor der Abschlusskundgebung "voll genug", sodass man die Rampe = den Zugang zum Hauptgelände absperrte und alle sich noch in den Tunnels befindlichen Raver warten ließ - weit über eine Stunde. Korrekterweise gab es mehrere Schleusen/Sperren innerhalb der Zugangsbereiche, sodass die Menge durchaus - wie auch bei Konzerten üblich - in kleinere Einheiten getrennt war.
- Leider dauerte die Warterei im Tunnel jedoch sehr lange und aufgrund der weiter zuströmenden Menschenmenge, die noch aufs Hauptgelände wollten, war eine Kehrtwende, also wieder raus aus dem Tunnel, kaum möglich.
- In einem der Tunnels eskalierte die Situation dann, als einige Raver die Polizisten angriffen und die Schleuse/Sperre durchbrechen wollten. Als Polizistenkollegen zu Hilfe kamen, konnte in einem der Tunnel die aus Polizisten bestehende Sperre von den Ravern durchbrochen werden und eine große Menge weiterer Menschen strömte hinein.
- Im enger werdenden Bereich des Tunnels kam es dann zu Quetschungen und Menschen fielen erschöpft ins Koma - andere versuchten daher, via Leiter und Container aus der "Falle" direkt nach oben zu fliehen, einige davon stürzten aber wieder aus großer Höhe in die Menge zurück ab - Panik brach aus. Außerdem drängten immer mehr Menschen zu diesen neu geschaffenen, aber völlig ungeeigneten "Ausgängen".
- Dadurch erhöhte sich nochmals der Druck innerhalb der Menge und man versuchte verzweifelt, so viele Leute wie möglich aus dem Hexenkessel rauszuzerren, teilweise kletterten Menschen übereinander hinweg. Für manche war es jedoch zu spät.



Letztendlich kann man die Schuld also nur in der Gesamtorganisation finden, denn so eine Situation (die sehr lange Warterei) hätte man einkalkulieren müssen, zumal auch auf bisherigen LPs die Raver nicht davon abzubringen waren, auf Straßenlampen und anderes hochzuklettern. Allein die Tatsache, dass es keine getrennten Ein- und Ausgangswege geben konnte, weil man die Tunnel nicht für zwei Bewegungsrichtungen trennen konnte, war ein recht offensichtliches Problem, welches man frühzeitig hätte erkennen müssen.

Ich bin jedenfalls sehr traurig darüber, dass die Loveparade nun für immer Geschichte ist, denn sie war ein wunderbares Symbol für die Musik und die Gemeinschaft, die trotz dieser unglaublichen Mengen friedlich zusammen feiern konnte. Natürlich ist es richtig, die nun überschattete Loveparade nie wieder neu aufzuziehen, aber es ärgert mich wirklich sehr - nicht nur wegen der Toten, Verletzten, Traumatisierten und deren Angehörigen - sondern auch um den ideellen Wert, den die Veranstaltung vermittelte, um den sie nun durch profilierungssüchtige Politiker gebracht wurde.

Samstag, 24. Juli 2010

Was ihr vielleicht noch nicht kennt

Songs zu Animes werden auch gerne auf etwaigen Musik-Instrumenten gespielt, was sogar ziemlich gut klingen kann:


Anime Charaktere werden auch per "Kettensägenkunst" erstellt:


Es gibt diverse Fanvideos, die leider zu wenig Beachtung bekommen:


Mangas werden auch zur Darstellung von recht ungewöhnlichen Fetischen genutzt:
Karbo on Devianart

Donnerstag, 22. Juli 2010

Anime-Blogs, was lest ihr?

Ich lese derzeit gerade mal 2 Anime-Blogs regelmäßig (beide englisch):

Star Crossed Anime Blog, bespricht kurz und bündig Episoden von Animes, die ich idR auch mag, also kein Standard-Shounen- oder Moe-Zeug, sondern außergewöhnlichere Animes (trotzdem wird auch HOTD gebloggt! *g*). Wird übrigens von einem Holländer geschrieben und hat letztendlich in einem Wettbewerb Platz 1 unter den Anime-Blogs gemacht:
http://psgels.blogsome.com/

Random Curiosity, da es sehr viele Bilder pro Episode bringt. Bloggt auch alle neueren subs4u-Projekte wie RAINBOW, SARAI-YA (gerade abgeschlossen) und HOTD:
http://randomc.net/

Und was lest ihr???

=> Kommentare her! :)

Dienstag, 20. Juli 2010

Internet & Handy - was ist okay in der digitalen Welt?

Nach einer neuen Studie gilt folgendes Verhalten als angemessen:

Handy:
- Gerät bei formellen Anlässen in der Tasche lassen
- unter Freunden beim Bier darfs auf den Tisch - Display nach unten
- Anrufe in Abwesenheit zurückrufen, wenn die Nummer bekannt ist
- nicht im Zug telefonieren (geht zum Glück meistens eh nicht)
- der Anhang "per Handy gesendet" lässt Empfänger über vereinfachte Schreibweise eher hinwegsehen
- keine langen Telefongespräche in fremden Wohnungen, außerdem ist es besser, sich für die Unterbrechung zu entschuldigen
- Wird ein Gespräch unterbrochen, sollte der Anrufer erneut anrufen
- Handybesitzer sollten zuweilen auch erreichbar sein
- Bei einem Rendezvous/Date: Handy aus!
- Grundsätzlich Handy überall dort ausschalten, wo man auch kein schreiendes Kind mit hinnehmen würde

Internet allgemein:
- Rechtschreibfehler anderer ignorieren, Ausnahme: der eigene Name
- GROßBUCHSTABEN sind unhöflich, da sie als geschrieen gelten
- wer ständig mitteilt, dass er keine Zeit hat, vermittelt das Gegenteil
- nur die gängigsten Abkürzungen verwenden, zB. nicht: NDDEW, ok: HDL
- Beziehungen weder per Mail, SMS noch anderweitig digital beenden
- Auf fremde Bildschirme glotzen ist unhöflich
- Überschätze digitale Freundschaften nicht, sie sind für gewöhnlich mit RL-Freundschaften nicht vergleichbar
- Infos über andere zu google ist okay, man sollte es dann aber auch offen zugeben

Emails:
- in angemessener Zeit beantworten
- nur Kleinbuchstaben und ohne Kommasetzung zu schreiben wirkt ungebildet, vermeiden!
- Beim ersten Kontakt sind Anrede und Grußformel erwünscht, alles danach kann lockerer gehandhabt werden
- Für verspätete Antworten sollte man sich entschuldigen
- Mails nicht zu sachlich schreiben, etwas menschliche Wärme schadet nicht

Twitter:
- man braucht nicht nur Freunden folgen, grundsätzlich alles erlaubt

Facebook:
- Akzeptieren, wenn Freundschaften nicht angenommen werden
- Nur Fotos einstellen, die man auch der Mutter zeigen würde (nicht gut: nackter Oberkörper)
- Freundschaftsanfrage des Chefs darf ignoriert werden, wenn man dies vorzieht
- Tags von mit dir verlinkten Bildern anderer dürfen gelöscht werden, wenn dir das Foto unangenehm ist
- Freundschaften wieder zu lösen ist okay, nötigenfalls aber mit Erläuterung

Quelle: Eetiquette.de und
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/13/0,3672,8091149,00.html

Montag, 19. Juli 2010

Der Blick über den Tellerrand

Was macht Animes interessant?
Abgesehen von individuellen Vorlieben für hübsche Zeichnungen, sind es doch meist die Geschichten, die uns interessieren - oder eben nicht. Das hängt oft davon ab, ob wir uns mit den Charakteren identifizieren können, ob sie uns sympathisch erscheinen, oder ob wir sie zumindest verstehen können. Unrationales Handeln verwirrt und lässt den Betrachter irritiert zurück.
Diese Geschichten, mitsamt ihren Charakteren und Eigenschaften werden - im Idealfall - aus einem Grund geschrieben. Der Autor stellt seine Phantasie zur Schau. Und diese Phantasie ist Teil seines Bewusstseins.
Wir können also, wenn wir Animes sehen, einen Blick in die Denkweise eines anderen Menschen werfen. Sicherlich gibt es hierfür auch andere Medien, die es ermöglichen, allerdings möchte ich hier nicht werten. Viele sagen, ein Buch kann ein reineres Bild des Verstandes des Autors werfen, allerdings halte ich das davon abhängig, wie gut es geschrieben ist. Ebenso ist es auch bei Filmen und eben Animes.

Was ist denn überhaupt interessant daran, einen Blick in den Kopf eines anderen zu erhaschen? Denn technisch gesehen funktionieren wir ja auch so, und manch einer mag sagen, dass ihn das überhaupt nicht interessiert, schliesslich habe er genug zu tun.
Ich finde, es kann kaum interessanteres geben. Bis jetzt habe ich niemanden getroffen, der sagen würde, dass das Bild der Welt eines jeden Menschen identisch ist. Und was muss jemand tun, der wissen möchte, wie die Welt - unabhängig unserer Vorstellung der Realität - aussieht? Er muss andere Vorstellungen anschauen, andere Bilder der Welt sehen. Vielleicht ist es auf diese Art und Weise möglich, zumindest sehr nah an das wahrhaftige Erscheinungsbild der Welt zu kommen. Und das nenne ich interessant.

Trailer zu Highschool of the Dead

Weil's so schön ist, verlinke ich hier mal den auf YT geuppten Trailer von HOTD, den wir netterweise auch eingedeutscht hatten:

Resumé der WM 2010: sehr vielversprechend

Eine Woche nach Ende der WM 2010 blicke ich insgesamt eher positiv auf das Erlebte zurück. Hier meine Eindrücke:

- Afrika präsentierte sich insgesamt toll, das Land machte einen weltoffenen Eindruck und lud dazu ein, auch mal selbst einen Besuch nach Afrika in Betracht zu ziehen

- zunächst nervige Vuvuzelas, die ich irgendwann aber nicht mehr bewusst wahrgenommen habe

- das Ende von Gerhard Delling und Günther Netzer als Moderatoren-Gespann. Ich fand die beiden einfach klasse - so ein Duo wird es wohl so schnell nicht mehr geben. Rührend auch der Abschied, als Delling seine etwas kurz geratene Abschiedsrede von einem DIN A4-Blatt ablas: "Danke".

- so viele gute Fußball-Songs wie noch nie - und einige, die richtig gut ins Ohr gingen. Von Shakiras "Waka Waka (This Time for Africa)" über K'naan mit "Wavin' Flag" bis zu den Parlotones mit "Come back Home as Heroes". Nicht zu vergessen auch der umgeschriebene Lena-Hit "Schland oh Schland" von Uwe Lena.

- die deutsche Mannschaft spielte großteils bezaubernden Fußball, so wie man sich das auch wünscht. Ein Sieg im Spiel um den dritten Platz hinterließ sicher auch einen versöhnlicheren Nachgeschmack als hätte man im Finale verloren.

- die Schiedsrichter entschieden nach sehr unterschiedlichen Auslegungen. Vergab der eine bei jedem Pups eine gelbe Karte, ließ der nächste nahezu durchspielen. Und nicht zuletzt die teils dramatischen Fehlentscheidungen um Tore oder Elfmeter. Nach den Ereignissen bin ich jedenfalls zu einem Befürworter des Videobeweises geworden. Wofür hat man die Technik? Ich finde das Argument geradezu dramatisch, dass man den Fußballfans die Streitgespräche rauben würde, wenn alles immer nach dem Rechten gehen würde. Geht es hier um Sport oder wirklich nur noch ums Kohlemachen? Sicher bezahlen die Fans das Spektakel, aber die Fairness und der Sport sollte trotzdem im Vordergrund stehen, sonst macht die Veranstaltung soviel Sinn wie Show-Wrestling und man könnte gleich Drehbuchautoren engagieren, die den Verlauf des Spiels vorschreiben und als Spieler ein paar Stuntleute einstellen, damit man mehr spektakuläre Fouls zu sehen bekommt.

Für die Zukunft wünsche ich mir jetzt nur noch, dass Joachim Löw den Vertrag verlängert und seine junge Mannschaft noch mal einige Jahre weiter aufbaut. Ich wage es nämlich zu bezweifeln, dass ein Nachfolgetrainer genau so weitermachen würde.

PS: Krake Paul war auch einfach nur cool! Auch wenn er ein Verräter ist. ;)

Willkommen im subs4u-Blog

Auch wir wollen das Experiment Weblog wagen - mal sehen, was draus wird. :)