- das Hauptgelände war bereits einige Zeit vor der Abschlusskundgebung "voll genug", sodass man die Rampe = den Zugang zum Hauptgelände absperrte und alle sich noch in den Tunnels befindlichen Raver warten ließ - weit über eine Stunde. Korrekterweise gab es mehrere Schleusen/Sperren innerhalb der Zugangsbereiche, sodass die Menge durchaus - wie auch bei Konzerten üblich - in kleinere Einheiten getrennt war.
- Leider dauerte die Warterei im Tunnel jedoch sehr lange und aufgrund der weiter zuströmenden Menschenmenge, die noch aufs Hauptgelände wollten, war eine Kehrtwende, also wieder raus aus dem Tunnel, kaum möglich.
- In einem der Tunnels eskalierte die Situation dann, als einige Raver die Polizisten angriffen und die Schleuse/Sperre durchbrechen wollten. Als Polizistenkollegen zu Hilfe kamen, konnte in einem der Tunnel die aus Polizisten bestehende Sperre von den Ravern durchbrochen werden und eine große Menge weiterer Menschen strömte hinein.
- Im enger werdenden Bereich des Tunnels kam es dann zu Quetschungen und Menschen fielen erschöpft ins Koma - andere versuchten daher, via Leiter und Container aus der "Falle" direkt nach oben zu fliehen, einige davon stürzten aber wieder aus großer Höhe in die Menge zurück ab - Panik brach aus. Außerdem drängten immer mehr Menschen zu diesen neu geschaffenen, aber völlig ungeeigneten "Ausgängen".
- Dadurch erhöhte sich nochmals der Druck innerhalb der Menge und man versuchte verzweifelt, so viele Leute wie möglich aus dem Hexenkessel rauszuzerren, teilweise kletterten Menschen übereinander hinweg. Für manche war es jedoch zu spät.

Letztendlich kann man die Schuld also nur in der Gesamtorganisation finden, denn so eine Situation (die sehr lange Warterei) hätte man einkalkulieren müssen, zumal auch auf bisherigen LPs die Raver nicht davon abzubringen waren, auf Straßenlampen und anderes hochzuklettern. Allein die Tatsache, dass es keine getrennten Ein- und Ausgangswege geben konnte, weil man die Tunnel nicht für zwei Bewegungsrichtungen trennen konnte, war ein recht offensichtliches Problem, welches man frühzeitig hätte erkennen müssen.
Ich bin jedenfalls sehr traurig darüber, dass die Loveparade nun für immer Geschichte ist, denn sie war ein wunderbares Symbol für die Musik und die Gemeinschaft, die trotz dieser unglaublichen Mengen friedlich zusammen feiern konnte. Natürlich ist es richtig, die nun überschattete Loveparade nie wieder neu aufzuziehen, aber es ärgert mich wirklich sehr - nicht nur wegen der Toten, Verletzten, Traumatisierten und deren Angehörigen - sondern auch um den ideellen Wert, den die Veranstaltung vermittelte, um den sie nun durch profilierungssüchtige Politiker gebracht wurde.
